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Wertherbrucher Geschichte - Kurz vorgestellt
Zur Zeit des Erzbischofs Anno von Köln (1056-1075) gelangt das
Land Aspel, wozu Unter Peter von der Lecke, Sohn des vorerwähnten Heinrich
von der Lecke, wird 1318 die neue Bruchsiedlung nach einer
Auseinandersetzung mit den zuständigen Instanzen in Rees kirchlich
von Haldern abgetrennt und bekommt begrenzte Pfarrechte mit
der Erlaubnis des Kapitels der Stiftskirche in Rees, dort eine eigene
Pfarrkirche zu errichten. Um 1460-80 wird die jetzige spätgotische
Pfarrkirche in ihrer heutigen Gestalt erbaut. Drei Jahre später,
1321, wird Peter von der Lecke, Burgmann von Aspel. Das im
Bruch entstandene Dorf wird gleichzeitig freie Herrlichkeit mit
Gerichtsrechten und mit dem benachbarten münsterischen Werth
zur Herrschaft Werth verbunden. Die gemeinsame örtliche
Verwaltung befindet sich in Werth. Bekannt sind namentlich vor allem
diverse Drosten, Rentmeister und Richter. In Werth gab es früher
eine Burg; an dieser Stelle steht heute die katholische Kirchengemeinde.
Die eigentlichen Herren der Herrschaft Werth kamen allerdings nur
gelegentlich zu dieser entfernten Besitzung. Die früheste bekannte Wertherbrucher Gerichtsurkunde mit Siegel stammt aus dem Jahr 1366. Die Richter waren in jener Zeit für Werth und Wertherbruch zuständig, allerdings hatte jeder Ort eigene Schöffen, wie sich für die spätere Zeit u. a. aus zahlreichen erhalten gebliebenen Urkunden nachweisen läßt. Gegenstand dieser Beurkundungen sind insbesondere Grundstücksangelegenheiten, auch im Zusammenhang mit frommen Stiftungen. Unterlagen, die sich beispielsweise mit Verbrechen und Vergehen befassen, sind aus dieser Zeit nicht bekannt. Eine eigene Richtstätte für die Herrschaft Werth wird allerdings durch spätere Akten und Karten belegt. Neben der Kirche ist Haus Rodehorst wohl das älteste Gebäude im Ort. Die früheste bekannte Erwähnung des Herrensitzes stammt von 1387. Das jetzige Haus Rodehorst wird auf die Zeit um 1650 datiert. Vorgängerbauten an dieser Stelle sind mehrfach zerstört worden. Die Geschichte der Rodehorst ließe sich aus zahlreichen erhalten gebliebenen Dokumenten recht ausführlich darstellen. 1392 erhielten die Klever Grafen Aspel, und damit Wertherbruch, vom Erzbischof in Köln am Ende der Linner Fehde als Pfand. Die Herrlichkeit wird dadurch klevisch; den Kölner Erzbischöfen gelingt es später nicht mehr, die verpfändeten Besitzungen auszulösen. Johann, Herr von Culemborg, verleiht 1426 Werth und Wertherbruch
gemeinsam Ab 1566 treten Werth und Wertherbruch allmählich mit
den niederländischen Grafen In jenen Jahren kam es immer wieder zu gewaltsamen Besetzungen, Plünderungen
und Verwüstungen von Werth und Wertherbruch durch wechselnde
Truppen (z. B. Spanier und Truppen im Dienst des Herzogs von Kleve),
die ihren Ursprung wohl im 80jährigen spanisch-niederländischen
Krieg hatten. Ab etwa 1581 war Wertherbruch vollständig
verwüstet worden und 14 Jahre unbewohnt geblieben. Erst
1596 gehen für Werth und Wertherbruch vorerst die Glaubenskriege
zu Ende. Unter großen finanziellen Anstrengungen erfolgt der
allmähliche Wiederaufbau. Der Auflösungsprozeß bringt diverse Auseinandersetzungen mit sich. Ein Beispiel: Die Wertherbrucher nutzen nicht mehr die alte Turmwindmühle im benachbarten münsterischen "Ausland". Es kommt 1718 zum Bau einer Wind- und Roßmühle in Wertherbruch, die 1864 abgebrannt ist. 1808 werden unter Napoleon die sogenannten "Freiheiten"
und "Herrlichkeiten" Vom Grafen von Wartensleben werden 1843 die verbliebenen herrschaftlichen Grundstücke und Rechte an den Justizrat Lancelle und den Kaufmann Heydemann in Emmerich verkauft. In den Folgejahren erstreitet die Gemeinde, teilweise vor Gericht, die Ablösung der herrschaftlichen Rechte 1975 wird das Dorf Wertherbruch in die Kommunalgemeinde Hamminkeln
eingemeindet, die 1995 zur Stadt Hamminkeln wird. |