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Rodehorst
- Kurzübersicht
Die Ursprünge des Hauses Rodehorst liegen noch im Dunkeln.
Es ist unbekannt, ob auf der gerodeten Horst, die sich innerhalb des
niedriger gelegenen Bruchlandes befand, schon vor der großen Urbarmachung
des gesamten (Werther-) Bruches durch die Herren von der Lecke nach
1296 bereits Menschen siedelten.
| 1386/1387 |
erste Erwähnung der Rodehorst: Zahlungen des Claws Gelkens aus Rodehorst an die Herren von Culemborg. 1
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| 1443 |
Roeloff Gelken als ehemaliger Erbpächter von Rodehorst erwähnt; ihm folgt Frank von Wittenhorst. 2 |
| 1448 |
Frank von Wittenhorst unterstellt sich
unmittelbar dem Herzog von Kleve als Landesherrn. |
| 1451/1452 |
ordnete sich von Wittenhorst wiederum
dem Herrn von Culemborg unter |
| 1481 |
Nachdem die von Wittenhorst
der Familie von Culemborg durch eine Heirat verbunden wurden,3 schenkte
Herr Jaspar von Culemborg die Rodehorst erblich an Franks Sohn,
Jakob von Wittenhorst. |
| 1550/60iger |
mehrere Schuldverschreibungen des Roloff
von Wittenhorst aus der
Rodehorst legen ernsthafte Geldprobleme nahe. 4 |
| 1557 |
Roloff von Wittenhorst tötet im
Streit den Johann Neiben. 5 |
| 1565 |
verkauften die Wittenhorsts die Rodehorst
mit allem Zubehör einschließlich Sitz und Begräbnisplatz in der Kirche an Wolter van Sevenaerund Frau. 6 |
| 1566 Nov. 19 |
Mit einem weiteren Verkauf durch die
Erben des van Sevenaer an Stephan van der Capellen war Graf Floris von Pallandt-Culemborg nicht einverstanden und machte ein Nachkaufsrecht geltend. 7 Er erhielt das Gut zum vereinbarten Kaufpreis. Es kam zu Streitigkeiten und langwierigem Schriftverkehr. Noch nach 1600 sind Zahlungen zu leisten. |
| 1569 |
wird Jakob Cuilink Pächter des Grafen. 8 |
| 1570iger |
Der Rentmeister von Wertherbruch, Hermann
van Würtzhausen, hat auf der Rodehorst seinen Amtssitz. Aus dieser Zeit hat sich eine umfangreiche
Akte erhalten, in der u. a. Bau/Renovierungsarbeiten auf Rodehorst erwähnt werden. 9 U. a. geht es um den Ersatz von Gläsern (wohl Glasscheiben), Schmiedearbeiten am Backofen, der Zugbrücke, im Kornsöller, im Saal und im Keller, den Neubau eines Stalls unter Beschreibung der einzelnen Bauschritte, den Bau eines Backofens usw. |
| ca. 1581 |
Im Rahmen der Verwüstung Wertherbruchs
durch die Spanier wurde ab etwa 1581 auch Rodehorst zerstört.
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| ca. 1597 |
scheint das Gut möglicherweise an
Christian ter Huetten und seinen spätestens 1603 verstorbenen Vater für 16 Jahre verpachtet worden
zu sein . 11 |
| 1603 |
Ebenso, wie für das gesamte Dorf
fiel auch der Wiederaufbau der Rodehorst nicht leicht, wie eine
gerichtliches Besichtigungsprotokoll sowie eine Befragung und Anhörung
des Pächters Christian ter Huetten, der detailliert seine Probleme
schilderte, ergaben. Die vertragliche Vereinbarung, auf Kosten des
Pächters ein Haus von 4 oder fünf Gebund zu errichten,
war nicht erfüllt worden. Statt eines "Hausmannsbehausung"
fand sich im März 1603 ein Spieker von 3 Gebund . 12 |
| spätestens 1631 |
Großen Schaden erlitt die Rodehorst,
nachdem der Rentmeister der Herrschaft Werth, zu der auch Wertherbruch gehörte, die Bäume
um das Gut entfernte. Die Folge war, dass das Anwesen durch ein
Unwetter erheblichen Schaden nahm, nachdem die schützende Bepflanzung
fort war. 13 Möglicherweise erhielt das Haus nach diesem Unglück in
etwa sein heutiges Ansehen. Spätere grundlegende Zerstörungen oder ein Neuaufbau
lassen sich bisher nicht dokumentieren. |
| 1638/39 |
Als Pächter der "Roohorst"
im 7. von 12 vereinbarten Pachtjahren ist Henrich van Walien in der Rechnung der Herrschaft Werth für 1638/1639
vermerkt. 14 |
| 1670 |
1670 wird der Rentmeister Paul Spoltmann
als Pächter des "Guts" Rodehorst für eine jährliche Pacht von 50 Reichstalern
genannt. 15 |
| 1691 |
Im 4. von 6 Vertragsjahren wird der Herman
Sweinum als Pachtzahler für die Rodehorst aufgeführt .
16 In der Rechnung der Herrschaft Werth 1693/1694 wird der Name
Herman Swynum geschrieben. 17 |
| 1706 |
Als Pächter ist Steffen ter Furth
nachzuweisen. Die Größe der Besitzung ist mit 35 Morgen
angegeben. An anderer Stelle in dieser Akte findet sich der Name
Steffen Forthman bei einer Flächenangabe von 45 Morgen 195
Ruten . 18 |
| 1715 |
ach dem Verkauf von Wertherbruch an den
preußischen Generalfeld-marschall Reichsgraf Alexander Hermann
von scheint Rodehorst den Amtmännern der Grafen von Wartensleben
als Amtssitz gedient zu haben. |
| 1793 Juli 22 |
Der Amtmann Friedrich Wilhelm Hermanni
(1755 - 1816) berichtete über den zehn Wochen früher geschehenen Überfall einer "mörderischen Diebesbande". Zum besseren Schutz des "hiesigen Amts-Hauses"
überließ die Kirchengemeinde ihm eine ausgediente Kirchenglocke, nachdem es ihm
nicht möglich gewesen war, mit seiner bisherigen kleinen Glocke,
die von da an ihren Platz auf dem Pfarrhaus fand, Hilfe herbeizuläuten. 19 |
| 1805 |
kauften Amtmann Friedrich Wilhelm Hermanni
und seine Frau Catharina Henrietta geb. Roß dem Grafen von
Wartensleben das Gut für 11.500 Reichstaler ab, 20 wobei u.
a. eine bereits für 1636 bezeugte jährliche Rente für
das Waisenhaus in Rees erhalten blieb. 21 Noch heute ist vielen Wertherbruchern
die Familie Hermanni ein Begriff. Sie bewohnte Rodehorst weit mehr
als 100 Jahre. |
| 19. Jahrhundert |
Der einzige Sohn und Erbe der Rodehorst,
das in jener Zeit kein Amtshaus mehr war, Ferdinand Gottfried Mauritz Hermanni, soll den Frauen
und dem Spiel sehr zugetan gewesen sein. Diese teueren Vorlieben
belasteten das Gut wirtschaftlich schwer, so dass seine Witwe später
Fremdenzimmer vermietete. Sie, ihre Kinder sowie ein Bruder brachten
den Hof mit viel Einsatz wieder nach vorne. |
| 1917 |
veräußerten die Hermannis
Rodehorst 1917 als Landsitz an den Duisburger DEMAG-Generaldirektor
Reuter. |
| 1974 |
Über die Besitzer Reuter, Buschmann
und Hellenkamp kam die Besitzung an die Eheleute Arno und Rosemarie Mock, die Rodehorst mit großem Einsatz instandsetzten und bis 1998, dem Jahr des nunmehr letzten Verkaufs, bewohnten. |
| 1998 |
wurde das Haus und die es umgebende Grabenanlage
offiziell unter Denkmalschutz gestellt . 22 Die heutigen Eigentümer, Prof. Dr. Dietrich Berdel und Frau
Dr. Andrea von Berg haben Rodehorst wiederum umfangreich in Stand gesetzt und das Haus durch ihre hochrangigen Musikveranstaltungen weithin bekannt gemacht. |
1 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akten Nr. 240
2 Rijksarchief Arnheim; Het Archief der Heeren en Graven
van Culemborg; inv. 1787 fol. 169
3 De Nederlandse Leeuw; 92. Jahrgang; Nr. 3, März
1975, Dr. A. W. Dek.: De adelijke geslachten
Van Culemborg en Van Vianen...; S. 94
4 z. B.: NW StA Münster, Herrschaft Werth, Urkunde
Nr. 75
Kleve-Märkische Regierung, Landessachen Nr. 502 S. 346
5 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 124
6 NW StA Münster, Herrschaft Werth, Akte Nr. 207
7 NW StA Münster; Kleve-Märkische Regierung,
Landessachen Nr. 509
NW HStA Düsseldorf; Kleve-Mark, Akten Nr. 828
8 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 336
9 NW StA Münster; Kleve-Märkische Regierung,
Landessachen Nr. 502
10 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 626
11 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 341
NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 444
12 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 341
NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 444
13 Staatsarchiv Marburg; Waldeckische Ältere Kanzleien
Bestand 115 Abteilung 38 oder Bestand 117
14 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 293
15 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 483
16 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 296
17 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 297
18 Thür. StA Meiningen; Geheimes Archiv Hildburghausen
VIII C 22
19 Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Wertherbruch
20 Kaufvertrag im Privatbesitz der Familie Grotjohann
in Fröndenberg (Nachfahren der Familie
Hermanni)
21 NW StA Münster; Herrschaft Werth, Akte Nr. 358
22 Stadt Hamminkeln; Beschlussvorlage Nr. 1062 vom 14.
Juli 1998
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