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Historischer Arbeitskreis Wertherbruch
Die Beschäftigung der Wertherbrucher Bürger mit ihrer Vergangenheit führte über
lange Zeit ein Schattendasein. Dieser
konstituierte sich im Jahr 1990 und setzte sich im Wesentlichen aus
folgenden Personen zusammen: Das Ziel lautete zunächst, die Wertherbrucher Geschichte aufzuarbeiten.
Da 1996 der 700. Jahrestag der Ersterwähnung anstand, steuerte die Entwicklung nahezu zwangsläufig auf die Herausgabe eines Buches zu, das schließlich erst im Herbst des Jahres im Dirk Cyrener Verlag, Rees-Haldern, mit einer Startauflage von 600 Exemplaren unter dem Titel "Alte Herrlichkeit Wertherbruch" erschien. Es hat über 460 Seiten und beinhaltet insbesondere folgende Beiträge:
Neben einem farbigen Fototeil sind zahlreiche weitere Aufnahmen im Text enthalten. Für die Fotosammlung zeichnet vor allem Werner Blecking verantwortlich. Die hervorragende
Aufnahme des Werkes machte eine zweite Auflage (400 Stück) erforderlich,
so dass statistisch nahezu auf jeden Einwohner des Dorfes ein Buch entfällt.
Zwischenzeitlich ist es nur noch antiquarisch erhältlich. Der Historische Arbeitskreis zeichnete auch für die Feierlichkeiten im Ort verantwortlich, die mit Unterstützung der Bevölkerung, der Gemeinde Hamminkeln und einigen Sponsoren im Jubiläumsjahr stattfanden. Vor allem der einleitende Festakt und der große Umzug sind den Menschen hier noch in lebhafter Erinnerung. Erich Berning verstarb am 2. März 1995 und erlebte den Erfolg der Arbeit nicht mehr. Projekte Es trägt
den Titel "Bewahrt vor dem Vergessen - Wertherbruch belichtet
von 1880 bis 1950" und enthält Bilder aus jener Zeit zu
verschiedenen Themen wie: Kinder und Jugend, Hochzeit, Häuser und
Menschen, Landwirtschaft, Schule, Kirche, Postkarten, Handel, Handwerk
und Gewerbe, Vereine, Persönlichkeiten und "unruhige Zeiten".
Dabei sind natürlich "strenge" Gruppenaufnahmen, aber
auch heitere Schnappschüsse. Die Bilder und die zugehörigen
Texte enthüllen Einiges über das Leben und die Menschen in
unserer niederrheinisch-westfälischen Grenzregion in früherer
Zeit. Für die ansprechende Gestaltung sowie die Produktion ist
Stefan Reichmann, Agentur für Kommunikation & Grafik Design
in Rees-Haldern verantwortlich. Der Fotoband dürfte nicht nur für
Wertherbrucher und Ehemalige, sondern auch für Bewohner aus den
Nachbarorten und allgemein lokalgeschichtlich Interessierte attraktiv
sein. Derzeit arbeitet der Historische Arbeitskreis an einer Darstellung über die Opfer Wertherbruchs im 2. Weltkrieg. Hervorzuheben ist dabei die intensive Recherche, die bislang vor allem Werner Blecking betreibt. Daneben arbeiten Karl Böing und Heinz Weyer an der Geschichte der Wertherbrucher Höfe und der Genealogie seiner Bewohner. Weitere Arbeitsschwerpunkte stellen für Heinz Weyer gegenwärtig die Kirchengeschichte und die Vergangenheit des Gutes Rodehorst dar. In den Jahren ist neben zahlreichen Fotos auch viel Archivmaterial und Literatur zusammengetragen worden, die noch diverse Forschungsansätze für die Zukunft bieten. In den "Mitteilungen aus dem Schlossarchiv Diersfordt und vom Niederrhein, Beiheft XX" findet sich u. a. die Übersicht des Inhalts des Archivs der Evangelischen Kirchengemeinde Wertherbruch. Dazu kommen die Sterbefälle der reformierten Gemeinde Wertherbruch von 1743 - 1831. Wichtig ist, dass ein Register beigefügt ist, so dass auch ein erster schneller Überblick zu bestimmten Namen usw. möglich wird. Das Archiv der Ev. Kirchengemeinde Wertherbruch hatte der inzwischen verstorbene Dietrich Schepper im Jahr 1979 nach einem alten Plan erfaßt und geordnet. Für diese Veröffentlichung wurde die Zusammenstellung an einigen Stellen ergänzt und überarbeitet. Der lokalgeschichtlich Interessierte bekommt einen Überblick über den Inhalt des Archivs, dessen Bestände nicht weiter als bis 1743 zurückgehen. Zudem erfährt er zahlreiche Details über die Kirche und Pfarrer, Schule und Lehrer, Gerichtsprozesse, Landverpachtungen, Holzverkäufe usw. . Die von
Heinz Weyer abgeschriebenen Sterbeeinträge von 1743 - 1831 stellen
zunächst eine spröde Lektüre dar, sind aber eine Fundgrube
für Genealogen und diejenigen, die sich für die Geschichte
des Ortes und seiner Bewohner interessieren. Weitere Veröffentlichungen des Wertherbrucher Arbeitskreises hängen nicht nur vom Aufwand zur Erstellung, sondern auch von der Akzeptanz in de Bevölkerung und der Finanzierung ab. Am 28. Mai 2004 mußte der Historische Arbeitskreis Wertherbruch von Martin Berning Abschied nehmen, der im Alter von nur 34 Jahren verstarb. |